top of page

Beiläufiges zu Kunst und Musik


Alberto Giacometti

    Habe mir eben einen Film über einen Photographen angeschaut, der im Bergell an die tausend Photos von Tal und Leuten gemacht haben soll. Da kommt natürlich auch Alberto Giacometti ins Bild, der von hier stammt und auch in seiner Pariser Zeit oft hier weilte. Er liess sich dann jeweils von den Dorfkindern Draht bringen, um den herum er mit Gips diese schmalen Figürchen bastelte, die erstaunlicherweise etwas Gelungenes an sich hatten.

    (Dezember 2013)

 

    Giovanni Giacometti

    Ich verweile vor dem Bildnis seines vierzehnjährigen Sohnes Alberto. Violett und Grün sind die Farben für ziemlich viel Lebendigkeit und etwas Melancholie. Der Junge hat eine Hand leichthin auf die Brust gelegt und das Gesicht halb abgewandt. Der Mund verrät etwas Missbehagen, aber vielleicht täusche ich mich, weil sich das nur an der Unterlippe zeigt, und die ist ein Zwei-Sekunden-Pinselstrich.

 

    Augusto Giacometti

    Leuchtende Buntheit. Die Farbflecken überlappen sich kaum - etwa so wie in schlichter Rede nicht-banale Sätze.

    Porträts: „Erna“. Schaut ernst, hat einen Namen. „Dame mit blauem Hut“. Schaut irgendwie, hat keinen Namen, bloss einen blauen Hut.

    (September 2014)

 

    Henri Manguin malt seine Frau Jeanne

    Mal liegt sie im weissen Kleid einfach da, auf der Liege im Schatten, mal sitzt sie auf einem Stein und hebt das Kleid auf bis unter die Brüste. Mal ist es ganz weg.

    Aber alles wirkt züchtig - sozusagen Bewahrung der Intimität vor aller Augen.

    Sie ist auch Hausfrau und deckt den Tisch auch schon mal einfach so, damit ihr Mann ein Stilleben malen kann.

    (Juli 2018)

 

    Joseph Haydn

    Wenn ich seine Musik nicht mit der von Mozart vergleiche, so nicht, um ihn zu schonen. Man könnte die Werke der beiden zwar manchmal verwechseln, wer’s aber nicht tut, hat mehr davon.

    (Januar 2001)

 

    Frédéric Chopin

    Diese Salons mit ihren Pianos und den Damen, die darum herumstehen! Und er sitzt da und improvisiert mit sensiblem Anschlag. Vielleicht ist er ja in Gedanken bei seinem polnischen Freund (Geliebten?) Titus, dem er seine Variationen über das Duett „Là ci darem la mano“ aus Mozarts „Don Giovanni“ gewidmet hat -

    (Oktober 1999)

 

    Gabriel Fauré

    Ich sehe einen netten Herrn vor mir mit grossem Schnauz und freundlichem Blick, und gewiss sehen auch seine Notenblätter ganz hübsch aus.

    (September 1999)

 

Musik, die ich mag

 

- Im Grossen und Ganzen das, was man „klassische Musik“ zu nennen gewohnt ist

- Fast alles, wo ein Klavier dabei ist

- Italienische Oper... con passione! (Verdi?)

- Romantische (deutsche) Lieder mit Klavierbegleitung (Schubert!)

- Ältere französische Chansons. Gerne mit Akkordeon

- Jazz in eher kleinen Formationen, mit verhalten geschlagenem Zeug - vielleicht     

  auch nur ein von irgendwoher erklingendes Saxofon

 

  Und wie hältst du’s mit der Chormusik?

  Na ja, den Knaben zuliebe

 

Musik, die ich nicht (besonders) mag

 

- Die meisten Bearbeitungen

- Zuviel vom Gleichen bezüglich der Instrumentierung, vor allem bei   

  Bearbeitungen - beispielsweise 4 Saxofone, 12 Celli, 3 und mehr Klaviere... zu   

  Streichorchesterstärke aufgeblähte Quartette usw.

- Musicals. Fast immer

- Zu gewollt veränderte Volksmusik („neu aufgemischt“) -

  Empfänglich bin ich für eine einfache „Stubete“ in einem Landgasthof:  

  Akkordeon, Bassgeige, zwei Löffelchen...

- Schlager ohne Patina

- Blasmusik ohne Fest

 

 

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen
Über das Schreiben

Das Tagebuch - die Gedankenbrut im melancholischen Nest. (Januar 2012) Ein Wahn: zu glauben, man müsse schreiben (mit der Ahnung einer existenziellen Dringlichkeit). Dabei würde man den Tag

 
 
 
Kratzer mit Rührei

Dass ein Zusammengekratztes, in die strenge Ordnung des Besitzes gezwängt, nach und nach als ein Zusammengehörendes erscheint, nun gut. Aber wie kommts, dass Menschen wie Sklaven in diese Ordnung sich

 
 
 
Schnipsel für Auge und Ohr

Manches liest man, manches hört man. Vieles Gehörte kriegt man niemals zu lesen. Kann es dann wahr sein? Diese Frage verrät, dass man den Schlingen seiner Erziehung niemals entkommt: Nur auf das, was

 
 
 

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
  • Facebook
  • Twitter
  • LinkedIn

©2020 Reimers Blog. Erstellt mit Wix.com

bottom of page