top of page

Verrückungen

19. März 2025
2 Min. Lesezeit

Scarp, von einem Schmetterlingsflügel weit und schön wie der Frühling auf eine Wiese getragen, landet inmitten ruhender Kühe. Eine mit grosser Glocke schwingt sich auf, eine zweite tut es ihr nach, zuletzt eine muhende dritte. Sie stehen und läuten die Glocken, bis die übrige Herde, die lange noch daliegt und kaut, sich auch endlich erhebt und fast mit einem einzigen Ruck, ein Tier so jäh auf das andere, dass binnen kurzem die Wiese verlassen steht und die Herde sich einfindet beim Stall.

Was will er grasen ohne Kuh zu sein auf der saftigen Wiese, und drinnen im Stall lässt die Herde sich melken. Aber Blumen, für ihn sind sie da, die mag er pflücken.

 

Einer stopft dem andern die Ohren voll, so ist es von alters her, stopft ihm die Ohren voll. Der andere sucht einen dritten und stopft diesem die Ohren voll, dieser findet den nächsten und stopft, und schliesslich ist einer der letzte. Aber vollgestopft wird er nicht, er hält sich nämlich die Ohren zu und glaubt nur, was er selber denkt.

 

Wie man die Zwiebel schäle, sagt man, Schicht um Schicht, so lasse sich mit dem Erinnern verfahren und sogar das Unterbewusste entblättern. Es gebe berühmte Romane darüber. Bis man wisse, woran man sei mit sich selbst und warum man handle, wie man handle im Leben. Ja eine Pflicht habe man, eine Menschen- und Schürfpflicht, dies zu tun.

Doch mir kommen vom blossen Anblick der Zwiebel die Tränen, da ist alle Haut noch dran. Ich schäle und schäle und kann mit geschwollenen Augen immer weniger sehen.

 

Wie ein Wetter kommen die Kriege und verziehen sich wieder. Nur die Aasgeier können sie wittern.

Nicht die Schamanen. Die trommeln nur wegen der Geier.

 

Gute Zeiten haben Geld zu fressen. Schlechte Zeiten Heu. Und ganz schlechte nur leeres, gedroschenes Stroh.

 

Beim Abbruch eines Hauses lassen Bauleute von einem oberen Stockwerk einen grossen Kasten auf den Vorplatz fallen. Ein dumpfer, trotzdem scheppernder Aufprall, der sich wie fröhlicher Lärm in einem Schwimmbad verzieht und durch die Halle davonfetzt.

Dann ist wieder stilles Schaffen im Quartier.

 

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen
Freundschaft

Freundschaft fällt einem zu. Doch hüte sich, wer Kamerad sein will (muss). (April 2018) Unter Freunden muss man besonders vorsichtig lügen. Aber sie sind es einem wert. (Juni 2017)

 
 
 
Denken und so

I „Jede Person hat das Recht, ihre Meinung frei zu bilden.“ Und einen Gedanken? Denken heisst für gewöhnlich, sich nach einer Ordnung zu richten. Was in einem Kopf sich erzeugt, hat ihr dienlich

 
 
 

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
  • Facebook
  • Twitter
  • LinkedIn

©2020 Reimers Blog. Erstellt mit Wix.com

bottom of page