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In der Strassenbahn

Katzenhagelvoll torkelten die zwei Teufel in die Strassenbahn. Mancher wähnte schon seine letzte Stunde geschlagen. Die Männer brüllten, stritten lauthals. In einer Sprache, die niemand verstand, nur Unheil verhiess. Man kannte das. Aus dem Fernsehen. Solche, die Köpfe abhacken. Verdattert drehte die alte Dame den Kopf weg. Als ob sie sich damit in Sicherheit wähnte. Drückte ihre Handtasche zerknittert am Bauch. Dachte an ihre Enkelkinder. Hatten doch die Volksverhetzer eben ein paar Prozente dazubekommen. Damit es besser wird. Ruhiger in dem Land. Eine junge Frau wechselte den Platz. Was macht man mit solchen? Er blieb standhaft. Las weiter in seinem Buch. Doch dann dachte er nach. Ob er sich so benehmen würde. In einem fremden Land. Eigentlich wollte er einfach sein Buch lesen. So einfach war das. Also wechselte er den Platz. Und einer der armen Teufel kotzte den Boden voll.

 
 
 

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