in einem kühlen grunde
- Daniel Costantino
- 3. Sept. 2025
- 1 Min. Lesezeit
I
in einem kühlen grunde
inwendig ganz und gar
da tanzen nachtschatten die toten
hüftstolze paare durch fluren
monden umschlungen
steigen aus wiesen
schritte und weisen
der unerreichbaren
tango patchouli delir
und prangen moonrausch
die sterne bandoneon
dann fahren die toten
und müssen uns lassen
von weissen nebeln
durch tannen getragen
winkend dahin
wer je sein brot mit tränen
dem lächelt wimpernschatten
das schöne ein funkelndes glück
ein kieselnder bach
knaben glitzern ihm moosgenstein
II
hoch steht von fackeln erleuchtet ein schloss
und hehr auf den zinnen
schleichen mitternachtskatzen versteck
wellen schlägt ein fest in allen dingen
von lauterem gold veteranen
legen am eingang vietnam
amethysten stehn amazonen spalier
penthesileen der strenge
bellavisten der zucht
die karten kosten gedeih und verderb
drinnen im saale
tusch über tusch ein applaus
menschengedränge rücken-
und spiegelgestalten konvex und konkav
besuchen Sie waldheim!
lüster hängen disneygirlanden
aus donnerndem hell
padam padam
treten kellner pigalle und gicht
und silvestern den gästen den letzten
besuchen Sie Waldheim madame!
champagner sprudelt und österreichs kanzler
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