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Der Weg zur Arbeit



In den hintersten Bogen des Trams gekauert, silenzio über den graugestrichenen Schienen, die Seele fährt im städtischen Morgenkoller dahin; Blech ist der Tag und das Redengeprassel, was langsam hereintropft ist Blech, was austritt, auf den Asphalt geschippt. Im Stehen gebeugte Köpfe drei Stück, Pendlerwäsche, Pendlerkrawatten, könnten sich an den Handschlaufen erhängen; schieben sich, zupfen sich an den schlampigen Ärmeln. Die Türe zieht, die Türe reisst, der Tag fasst Tritt.

Und Jugend ergiesst sich. Klatsch, die fliegenden Untertaschen. Wangen wie Rosen. Pling pling. Jetzt wird in die Handys gespuckt. Strudel reiten walzer strömen deine Lieder. Du Solitär, stillgelegte Mühle inmitten der Brandung, philosophischer Zacken lappap auf dem holzklotzigen Stuhl, alles durch dich hindurchströmen lassen und merken, dass nichts dein Besitz sei im Zufluss und Wegfluss ihres Sitzplatzgeschachers, ihrer Stöpselgesichter, ihrer verspielten Strudelkoloraturen.

Im vorderen Beet eine Qualle der Güte, verrauschter Kuss, knittriger Schirm gegen den Rock gestöckelt; flankiert von Sauertöpfen mit Hut, einer ganzen Front, kübelweis stur, bruttosozial, Harz in der Brust. Plötzlich ein Zerberushund dreiköpfig daher mit hydraulischem Heulen über die Ufer, Riesenviech, Ausweiskontrolle! pflückt kingkong den Tag durchs Gestrüpp, das sich aufrichtet und lichtet, fasst nach den Geräten, vergrault einem Goldmund den Witz, ein gespaltenes Handtäschchen schüttelt er brav. Zieht mittendrin ab, zieht Leine vorne und hinten, dreiköpfig button and exit, unigeschlecht, und die Rücken stärken und biegen sich wieder.

Play station by Tram, die Sauertöpfe träufeln vergiftetes Öl ins Getriebe. Das Leben ist Liebe und App. Und wo die schönsten Schenkel sein sollten, Laptop. Steh auf jetzt. Sag tiktok und winke. Auf der Kippe ein Lächeln zurück. Ein Trittbrettverliebnis. T’es beau. Mais papperlappapp.


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