top of page

Schuld an der Welt

Neulich sass er im Zug. Ass ein Sandwich. Und dachte nach. Die Idee, alles Elend der Welt auf den eigenen Schultern zu lasten, der Menschheitsverfehlungen Busse tun, sei ideologisch aufgeblasener Grössenwahn oder eine psychische Erkrankung. Er erschrak ob dem Gedanken. Ritzte ihm die Sache mit der Schuld doch tief im Seelenheil.


Er nahm einen Bissen. Kaute vollmundig. Dachte wieder nach. War er der Zufriedenheit wegen, die sich in sein Leben eingeschlichen hatte, abgestumpft, ein gefrässiger Ignorant geworden? Es ergriff ihn eine Sehnsucht. Nach dem jungen Mann. Selbst das Gefängnis hatte er nicht gescheut. Gerührt legte er das Sandwich weg. Sah durchs Fenster den Herbst vorbeiziehen. Dachte an früher.


Auf der anderen Seite des Abteils sass ein Flüchtling. Verdattert, verdüstert, den Stress ins Gesicht geschrieben. Er hatte keinen gültigen Fahrschein. Das stellte sich heraus, als der Schaffner kam. Einer, mit dem nicht gut Kirschenessen ist. Ein Drama bahnte sich an. So passierte es mit ihm, dass er aufstand, sich als Bekannten ausgab und dem Schwarzfahrer ein Ticket kaufte.

 
 
 

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen
Der Bügel des Brillengestells

Wenn ein Bügel des Brillengestells die Uhrzeit des Weckers verstellt, wie soll man das beschreiben? Soll man das überhaupt beschreiben? Bringt einen das irgendwie weiter? Zwar tönt es recht verrückt,

 
 
 
ansage im fernsehen

ein enges gesellschaftliches leben gedankenstrich ein enges gesellschaftliches leben gedankenstrich fragende geste ein enges gesellschaftliches leben gedankenstrich fragende geste gänsefüsschen beinha

 
 
 

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
  • Facebook
  • Twitter
  • LinkedIn

©2020 Reimers Blog. Erstellt mit Wix.com

bottom of page