aus der neuen welt
- Daniel Costantino
- 19. Nov.
- 2 Min. Lesezeit
„die fabrik″ 2.Teil, 2009
man kann etwas tun oder nichts. dafür oder dagegen oder nichts. gehört zusammen dreieinig. der egoismus des aufbegehrens, des widerstands, so man leben will und nicht verharren, erstarren, veraasen. oder funktionieren, verwalten und aushalten. die angst wird man nirgends los. ich fasse einen gedanken, manchmal entweicht er, bevor er recht zu packen. und ich erdenke ganz anderes, bei nächster gelegenheit, worauf ich nicht gekommen wär, hätte ich jenen gedanken zuvor wirklich erfasst. und dann wäre der neue mir verwehrt geblieben. oder das produkt beider darf nicht leben. oder alles dreht sich sowieso nur im kreis, eitler tand, illusion, irrtum über irrtum. sucht, einverleiben, schänden, wegkratzen die haut, bis das herz freigelegt. gierig verschlingen. zunähen, weiterleben. maske der kleidung, des anstands, der kultur. die därme schlingen und brennen, scheiterhaufen in mägen, seelen und hirnen. oder ich weiss, dass ich eh nicht denken kann und versuche es auch nicht. oder vor diesem wissen rette ich mich in die faulheit und unternehme erst recht nicht den versuch.
ihr könnt keinen unterschied beweisen. ihr könnt wie brave alte rindviecher eure stimme einlegen oder nicht. ihr könnt auch leer einlegen. ihr könnt sogar provozieren und kommentare hinkritzeln oder unterschriften fälschen. was wäre anders! es wäre peinlich, wenn ihr alle keine stimme einlegen würdet, es müsste ein neues lügengebäude errichtet werden. gehet also weiterhin in frieden, sonst gibt es unnötige komplikationen. wir überleben am besten in einer nische, wo es genug zu fressen und wenig ärger gibt. wir gehen kein risiko ein.
in einer nische der evolution, was immer das sein mag. in einem versteck, geschützt vor empfindsamkeit und vernunft. in einem bunker der konvention, wahrheitsresistent und gut abgedichtet gegen existentielles gift. in einem kostennutzungszwinger. wir tarnen uns am besten noch vor uns selbst. dann bleiben wir frei für ein leben in der schweigenden treibenden masse. dann dürfen sie freiheit auch in die verfassung schreiben. und die verteidigungspflicht erst recht. so sind wir nie schuld am kriege. es gibt viecher, die haben sich jahrmillionenlang nicht verändert, drum sind sie noch da. austauschcharaktere halten länger. sintflut, pest und cholera, pah! eiszeit und atomare winter, dass ich nicht lache! das richtige falsche wort, das rechte gebell. das rechte hundegebell, und wir sind dankbar, leben zu dürfen.
und wir wären tausendfüssler, tausendgeschöpfe. faszinierend statt austauschbar, liebenswert statt spinnenfeind. wären keine hunde an ketten, die von freiheit träumen.
ihr könnt nichts ins grab nehmen, ihr verwest ja selbst. ihr müsst alles gehen und springen lassen.


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