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Terror

In einer europäischen Stadt im Hochsommer spuckt die Sonne Feuer auf den Asphalt. In der Ferne quengelt ein Krankenwagen. Um die alten Paläste lungern Touristen herum. Männer mit Maschinengewehren und dem Tod in den Augen bewachen die Plätze. Ein verschwitzter Penner fuchtelt mit dem Mittelfinger und ein kleiner Junge macht grosse Augen. Ein dicklicher Mann mit weichem Gesicht verkauft Crêpes. Für den Penner gibt`s eins umsonst. Jenseits scharfer Lichtkanten fläzen in dunklen Nischen im Abseits der Gassen die Katzen und schlagen den Nachmittag tot.


Er trinkt einen teuren Kaffee und liest eine Zeitung am wichtigsten Platz im historischen Zentrum. Durch die Sonnenbrille lässt er den Blick über die Kante der Zeitung gleiten, von links nach rechts streift er die Kulisse mit Cafés und einem Laden für Handyzubehör. Ekel, der ihn befällt, schaut er den Menschen und ihrer Sorglosigkeit zu. Früher hatte er manchmal Momente der Trauer verspürt, ein kurzer Hauch anderer Möglichkeiten, ja sogar Hoffnung, dass er sich ändern möge. Doch je mehr die Menschen lachten, desto öfter wurde ihm schlecht und er wandte sich ab. Mittlerweile hatte er seinen Hass konserviert, ihn eisig werden lassen. Der Kellner fragt ihn, ob er noch etwas wolle. Er verneint, dankt und schreitet davon.

Als die Hitze sich in späten Nachmittagsstunden zur Glut verdichtet, erschüttert ein lauter Knall den endlosen Tag und macht alle Pläne zunichte. Rauchschwaden. Eine Kakophonie Sirenengeheul. Touristen rennen durch die Gassen. Männer mit Maschinengewehren sperren Strassen ab und fuchteln mit den Händen. Mütter halten schreiende Kinder und suchen das Weite. Geschäfte und Läden verriegeln Türen und Fenster. Schwarze Katzen schauen dem Treiben mit erschrockenen Augen zu.


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