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Aus dem Archiv 1

Rebell

Eine Lebenskraft, die sich aus dem Widerstand gegen die herrschende Ordnung speist, die damit ein grösstmögliches Mass an intellektueller und emotionaler Eigenständigkeit ­– frei jeder aufgepfropften Identität und Lebensweise – zu erhalten oder zu erreichen versucht, angetrieben vom Trotz, der Widersprache und der Suche nach Erkenntnissen über Welt und Existenz, kommt mit dem Bedürfnis, der Verlorenheit im Leben durch Anpassung an Konventionen vorzubeugen, immer wieder in Konflikt. Man könnte, weil es einfacher scheint, die Flinte in Korn werfen, die letzten Flausen im Kopf vertreiben, endlich einspuren und Anker auf der sicheren Seite anlegen. Die Kunst besteht jedoch darin, den eigenen Widerstand zu konsolidieren, dahin zu lenken, wo sich Tyrannei in Pragmatismus, Denkfaulheit in Ignoranz kleidet. Man wird zum Sachverständigen des eigenen Widerstandes. Und damit zum Experten.


Digitalisierung & KI

Definierte man Freiheit nicht als Aneignung von Besitz, sondern darüber, selbst über die Gestaltung des eigenen Daseins zu bestimmen, muss man die Digitalisierung sämtlicher Lebensbereiche als Freiheitsberaubung verstehen. Was in Form tausender Apps Hilfe vorgaukelt, ist im Grunde nichts anderes als die Vereinnahmung des ganzen Menschen durch die Konsumlogik einiger weniger grosser Konzerne.

Der Mensch neigt dazu, das eigene Denken zugunsten einer Anbetung, die ihn wechselweise mit heiliger Begeisterung und teuflischer Furcht erfüllt, aufzugeben. Beispielhaft dafür steht die Hysterie um Künstliche Intelligenz (KI) oder, wie man heute vermehrt hört, Artifizieller Intelligenz (AI). Der Mensch fürchtet, obsolet zu werden, weil eine Maschine eine Milliarde Rechenoperationen pro Sekunde durchführt. Wie beeindruckend diese Zahl auch sein mag, ändert das nichts an der Tatsache, dass es Menschen sind, welche die Grundlage für diese Rechenoperationen liefern, Menschen entscheiden, wie, wann und wofür die Technologie eingesetzt wird. So zu tun, als handle es bei KI um ein gottähnliches Wesen – eine Art Krönung der Krone – zeugt einerseits und wieder einmal von menschlichem Grössenwahn, leistet andererseits Kontrolle, Überwachung und einer Verengung von Meinungen, Ideen und Kreativität Vorschub. Dass Technologie partiell das Leben der Menschen verbessern könnte, steht ausser Frage. Dafür braucht sie jedoch nicht angebetet werden. Und: Sie sollte keinesfalls als Ausrede für Denkfaulheit dienen.


Fleisch:

Ein Deutscher sagte mir einmal, er esse in seinem Land kein Fleisch. In der Schweiz sei es anders, werden die Tiere hierzulande doch besser behandelt. Schön, denke ich mir – selbst bei Massenmord zeigen die Schweizer Augenmass.


Einmal bestellte ich beim Chinesen eine Ente. Als das Tier knusprig auf meinem Teller las, wurde mir mulmig. Ich schloss beim Essen die Augen, sah die Ente, wie sie voller Wonne bei Sonnenuntergang im Wasser schaukelte. Das mulmige Gefühl verschwand. Ich hatte meinen Frieden mit der Ente geschlossen.


Ukrainekrieg

Nach dem Ende des Kalten Krieges warnten Politiker in USA und Europa vor einer Osterweiterung der NATO. Dies würde Russland unnötig provozieren, «zum Feind machen» und könne später zu einem ernsthaften Konflikt führen. Oh! Moment. Ich muss nachdenken. Möglicherweise gibt es da einen Zusammenhang.

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Notizen 13

Manchmal kitzelt es mich, wieder Politik, das Weltgeschehen aus europäischer Sicht, zu kommentieren. Jedoch lasse ich es bleiben, da es nichts gibt, was nicht schon gesagt worden wäre. Die Dinge nehme

 
 
 
Wunder & Heilige

Wunder kennt man nur vom Hörensagen - Man. (2009) Der Kranke tut gut daran, nicht an ausserordentliche Heilung zu denken. Gewöhnliche (gesunde!) Hoffnung muss ausreichen. Sollte die Heil

 
 
 

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