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Notizen 14

12. Aug.
1 Min. Lesezeit

Er lässt sich gern vom Ausländer, den er im Grunde verachtet, im Restaurant bedienen und geniesst dessen unterwürfiges Gehabe. Den grössten Gefallen findet er in der Willfährigkeit und im Bemühen des anderen, genauso zu sein wie er selbst. Auf die unschuldige Aussage in der Tischrunde, der Kellner komme vom Balkan, gibt er ohne Not die Antwort: «Aber der hat sich angepasst und kann deutsch.» Sitzt man mit ihm, ebendiesem Menschen, in einem Restaurant auf der anderen Seite der Grenze in Frankreich, wird er sich darüber beschweren, dass die Kellner dort der deutschen Sprache nicht mächtig sind.


Beim Scrollen durch Socialmedia-Inhalte auf dem Handy verkürzt sich die Aufmerksamkeitsspanne auf Sekunden. Unmöglich, in dieser Zeit einen Gedanken zu fassen. Und weil die ständige Abfolge von kurzen Reizen süchtig macht, ist’s um den geschehen, der nichts anderes kennt. Er wird zum verwertbaren Rädchen, dessen Affekte ganz der Logik des Markes gehorchen. Das Handy wird zu einem Teil des Körpers, unverzichtbar und immer präsent. Woran dieser Mensch in den letzten Minuten seines Lebens wohl denken wird?

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