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Der Taumel, dritter Teil

vor 10 Minuten
2 Min. Lesezeit

III


Auf dem Tisch lag noch immer das Bild.

Das Bild auf dem Tisch, und die Fetzen im Kopf.

Ein Händler am Markt jedes Jahr unter den kreischenden Kindern, ein Flecken zu sein in den Fusseln des Teppichs, in ein Gitter gezwängt verzogenes Schielen. Schliere. Der Junge im Teppichbogen lauscht dem verstorbenen Bruder. Sieben Töne von Grab zu Grab, ganz leicht und ganz Du zwischen den Beeten weiss und gelb geschmückt nach dem Brauch und übers gebogene Gras, und Sensemann stapft durch den klumpigen Herd, ratscht auf der Geige, auf den Verscharrten, den elend Verblühten unter dem Tannenkries; fiedelt im Aufputz der Kränze, tanzt in den Jubelgestecken, auf gleissenden Platten, streicht durch das Trauergeschmiere wie stäubender Kies.

Die Fusseln des Teppichs, die Bögen, pulsierendes Grau. Das Foto fiel ihm zu Boden, fiel auf das Grün, auf braunes Geblätter. Einen Ballen, ein B, einen hagebuttenen Mund; und fiel eine Handbreit von Licht auf den schäbigen, Schauer und Schnuppe, verschüttete Milch.

Das Schwere vergass er, ein Möbel verzog sich, es loderte Gelb. Graupelten Bögen und Sprengsel, Fusselkies, Algen. Schloss er die Augen, Pulsare wie Hiebe. Klappten sie auf, lag da ein Tümpel, Flimmern darüber, silbrige Fäden.

Er atmete, ruhte. Im Schnee treibt ein Bauer sein Vieh. So den Rücken zu schaben, Fieselfischchen und Tang. Trommeln im Ohr und ein Trappeln, brechende Gräten im Pakt mit der ratschenden Geige. Die Fiedel streicht durch das Ohr, das verkrustete Blut, die Verschütte, fegt durch den Glitsch, die Sonne bricht auf in den Bögen und Klötzen, will tanzen im stechenden Licht, eine Nase vom Staub des galaktischen Wurfs, ein Schmiss aus dem Schmerbauch der kosmischen Paste; ein Fähnchen hupft durch den Hain, ein hagebuttener Dorn, etwas Glut aus dem aschenen Rauchfang der Seelen, Flausen eines Galgengelächters über das Gräberfeld hin und durchs Gräberfeld her, auf gezeichneten Gärten, Obelisken, gezackten, flammenden Büschen, auf den verwitternden Rinden des Zapfengeschäles, ein Stäubchen auf Erden; dann ist es zerzaust, im schwindligen Schädel versunken, im beinharten Holz. Der Schmerbauch pulsiert und birst von den Gasen. Ein verbogener Klotz, eine vertrocknete Hand. Etwas zerschmiertes Mark. Er war vom Schweren geschieden.

Die Schaufel schippts zu und verscharrts zum Sand der Knochen darunter. Ein Klumpen bleibt über, es schliesst sich die Reihe. Später vielleicht eine Blume. Und ein Windstupf des Pan, den Toten zum Gruss.



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