top of page

Karneval

Auf Karneval – die irren Hexen, Teufel und Clowns hatten sich zum Wintervertreiben, dem Massenabsturz in den Gassen versammelt – vermeinte er, es schere niemanden, wer er war, gliche er doch im Donnergrollen und Sirenengeheul einem Fetzen Luft. Umso grösser der Schreck, als aus den kalten Körpern ein Harlekin die Hand nach ihm streckte, einen Tanz aufführte, der ihm zu gelten schien, wobei er ihn zugleich mit seinem Blick fixierte. Die Angst packte ihn am Nacken, war er doch sicher, dass ihm der Harlekin Böses wollte. Junge Burschen lachten, feuerten den Tänzer an, während sie wie die Irren ihr Bier soffen und Mädchen nachjohlten. Der Gestank von Alkohol klebte im Winterdunst. Kleine Kinder schrien, warfen Orangen ins Zwielicht und eine traf seinen Kopf, der zu zerbrechen drohte. Wie aus der Ferne spürte er, dass ein Freund ihm die Hand auf die Schulter legte, fragte, ob er den Harlekin kenne. Er wisse es nicht, sagte er. Dann stachen die Wölfe ins Menschendickicht und vertrieben das Gespenst.

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen
Der Punkt vor dir

Ihm schien, als kreise das Leben seiner Kollegin um einen Punkt, der irgendwo vor ihr auf Schulterhöhe irrlichterte. Sprach sie, streckte sich ihre Nase wie der Schnabel einer Giesskanne zu diesem Pun

 
 
 
Die Heimat in der Heimatlosigkeit

Wer an eine Gemeindeversammlung geht, gehört wohl irgendwie dazu. Ist im Herzen der Gesellschaft angekommen. Oder war schon immer dort. Jener weiss, welche Debatten in den Neunzigern um eine neue Stra

 
 
 

Kommentare

Mit 0 von 5 Sternen bewertet.
Noch keine Ratings

Rating hinzufügen
  • Facebook
  • Twitter
  • LinkedIn

©2020 Reimers Blog. Erstellt mit Wix.com

bottom of page