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Kratzer mit Rührei


Dass ein Zusammengekratztes, in die strenge Ordnung des Besitzes gezwängt, nach und nach als ein Zusammengehörendes erscheint, nun gut. Aber wie kommts, dass Menschen wie Sklaven in diese Ordnung sich fügen und wie in etwas Unumstössliches schicken? Dass ihnen daraus ein Wohlbefinden erwächst und aus den Besetzten Besessene werden, die für fremden Besitz ihr Blut hergeben, als wäre es das Natürlichste der Welt? Wie kann sichs ihnen gehören dazuzugehören, wenn ihnen garnichts gehört? Wie können sie klappern, wichtiger als Frieden sei Freiheit, wenn sie in Frieden nicht leben und die Freiheit nicht kennen?

 

Denken zum einen, für sich selbst. Und denken zum andern, nämlich wie man denkt, dass ein Anderer denkt. Der ganz genau so tut wie man selbst, so dass man denkt, man komme mit ihm überein. Und so immer weiter der Dritte, der Vierte, der Fünfte. Am Ende kommen sich alle abhanden und sind Andere geworden.

 

 

Die Freiheit der Rede schliesst leider die Freiheit vom Gerede nicht ein.

 

Die Demokratie müsste eigentlich die Form sein, den Krieg abzuschaffen. In keiner Umfrage würde er favorisiert.

 

Gott will es. Kriege werden nicht im Namen des Teufels geführt.

 

 

Spargelessen mit Kirchenchor, lese ich. Und stelle mir vor, wie ein Kirchenchor am Tisch sitzt und Spargeln ist. Ein paar Tage später steht irgendwo: Spargelessen mit Rührei. Auch das stell ich mir vor. Jetzt sitzt ein Rührei mit am Tisch.

 

Keine Schweiz so schön, um wahr zu sein.

 

Ein Professor in Zürich zum deutschen Satzbau: „Wir stellen alle das Verb in die Mitte″. Das mache man in verwandten indoeuropäischen Sprachen, etwa aus Indien, nicht. „Dort stellt man das Verb ans Ende.″

Hinter dieser Erkenntnis steht nicht nur ihre Ausformulierung zurück, sondern auch sämtliches Geschwätz auf der Strasse. Die deutsche Literatur sowieso. Immer kommen die Verben zu früh oder zu spät.

Aber man weiss ja nie heutzutage. Vielleicht hat die KI des Schweizer Fernsehens, das den Professor zitiert, da etwas durcheinandergebracht.

 

 

Ist der Weg das Ziel?

Ist das Ziel im Weg?

Oder kann der Weg weg?

 

(Sven Böttcher, Podcast Burchardt und Böttcher:

Was die Tech-Bros nicht kapieren)

 

 

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