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Ode an die Gemeindeversammlung

Tut es not, sich wegen der Kriege und Konflikte einen Kopf zu machen? Die Antwort ist zweifelsfrei: nein. Vielmehr sei geraten, das Weltpolitische in den Sand zu stecken, seine Augen hingegen für das Schöne zu öffnen, dass doch, wie man gerade bei uns in der Schweiz und ähnlich gearteten Flecken wiess, gleich vor der eigenen Haustür liegt. Man nehme nur einmal die gute alte Gemeindeversammlung, deren Putzigkeit mich neulich wieder gerührt hat.


Gewiss, der Gemeindeversammlungsteilnehmer ist seltsam, entfacht doch bei ihm ein Absegnen der Traktandenliste das Lebensfeuer, ist ihm kein Abstand zwischen Hauswand und Parkplatz, keine Vereinheitlichung des kommunalen Gebührenreglements, kein Gutachten über den Schattenwurf einer Mobilfunkantenne zu trivial, um nicht minutiös besprochen zu werden.  Geht es für einmal doch hoch zu und her, fliegen die Fetzen frivol, aber rollen niemals die Köpfe.


Wer über die Gemeindeversammlung ihrer Vereinsmeierei, ihrer Spiessigkeit wegen spottet, verkennt, dass jenseits von Ordnung das Dunkel klafft. Das Reglement hält die Versammlung in ihrem Inneren zusammen, lässt jeden Demagogen, jeden Spinner die Segel streichen. Unsere Freiheit wird nicht am Hindukusch, nicht in der Ukraine oder sonst irgendwo, sondern an der Gemeindeversammlung verteidigt. Wer nicht hingeht, nimmt den Rückfall in die Barbarei in Kauf.

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