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Reimers Blog
Wöchentliche Texte von
Caspar Reimer
und Daniel Costantino
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Die Garage (Teil 1)
I Das Garagentor war wieder nicht eingerastet. Aber beim Abschliessen hatte er das Schloss doch kontrolliert, hatte am Griff nachgefasst und der war, wie er sein sollte, blockiert gewesen. Merkwürdig, in letzter Zeit kam das immer wieder vor. Er verriegelte die Garage und prüfte nach, und wenn er ein paar Tage später wieder davorstand, fand er, dass jedermann sie ohne Schlüssel hätte öffnen können. Entweder spielte ihm jemand mit einem Nachschlüssel einen Streich oder er ko
Daniel Costantino
vor 8 Stunden3 Min. Lesezeit


Demofrust
Rojava! Schon wieder Rojava! Klingt irgendwie ausländisch, nicht? Ich jedenfalls kenne in der Schweiz keinen Herrn Rojava, keine Frau Rojava und auch keinen Ort, wo Rojava heisst. Sie vielleicht schon? Da ist die Frage bei aller Toleranz, von der es übrigens, wenn Sie mich fragen, in diesem Land weiss Gott genug gibt, doch berechtigt: Können die ihre Demo, die schon wieder die ganze Stadt lahmlegt, nirgendwo kein Durchkommen mehr ist, nicht zuhause in… Itschistan, in… Äthiopi
Caspar Reimer
28. Jan.2 Min. Lesezeit
Von Welt und Schlaf
Wie wenig weiss man vom Schlaf ohne Traum. Man nimmt ihn nur an den Rändern wahr, dämmert hinein, versinkt, dämmert wieder herauf. Ein Fetzen Tuch, ein blasses Blau, wie ein Hampelmann spreizt man die Glieder. Dann wird man vom Räderwerk des Tages gepackt und seinem pedantischen Ablauf hundertmal, tausendmal, immer ganz gleich, nichts davon ist des Aufhebens wert. Mit hängender Schulter isst man abends sein Brot. Wie schadlos dagegen existiert man im traumlosen Schlaf. Keine
Daniel Costantino
28. Jan.2 Min. Lesezeit
Hicks und Klicks
Ein Trip auf online Es soll ja sein, man informiert sich: Trump gestartet, hipp, Trump gelandet, klick. Jetzt ist er grad in Davos. Yippee! Gott ist stolz auf Trump. Auf Amerika regnets money, Rosen auf Davos. Und auf die Medien Klicks. Hicks! Denn immer findet jede Zeitung damit grössere Verbreitung. Wie Maden im Speck. Dass sie draufhaut und frisst, womit man sie stopft. Vorallem online. Doch wenn er grad einmal nicht kann - spielt er noch Golf? - und für Gaza und Grönlan
Daniel Costantino
21. Jan.3 Min. Lesezeit


Notizen 11
Die Politik ist schlimm. Die Berichterstattung darüber noch schlimmer. Internationale Politik reduziert sich derzeit auf den Machtrausch einiger Weniger. Das Volk ist dank Liveticker hautnah dabei. Der Führerkult ist längst wieder da. Das Traurige dabei nicht der Führer an sich, sondern die Masse, die ihm huldigt. Und die Medien, die ihm an den Lippen hängen. Nicht die grosse Politik ist surreal, sondern die Vorstellung, diese müsse sich um die realen Probleme der Menschen kü
Caspar Reimer
21. Jan.1 Min. Lesezeit


Raucht sie tot
Das Rauchen trügt mit dem Nimbus der wilden Zeit, als sich niemand drum scherte. In den Gasthöfen, in den Spelunken, in den Zügen, im Auto wurde geraucht ohne Ende, und der Rauchende, selbst ein unsympathischer, wurde geehrt und geachtet. Das Rauchen, gesellschaftlicher Konsens, gehörte einfach dazu, für den rechten Mann sowieso, später auch für die emanzipierte Frau. Das Rauchen war also keine Sache von Freiheit, als vielmehr eine der Mode, der gesellschaftlichen Konvention.
Caspar Reimer
14. Jan.1 Min. Lesezeit
Der Wille zur Nacht. (Teil 3)
Eine Suite III Man schlafe nur ein Man schlafe nur ein, so dreht sich der Raum. Was oben ist, fällt, was unten ist, steigt. In langen Schienen der Asphalt zum Mond, weissgezogener Streif. Die Sterne rieseln auf Baumkronen herab. Wohliges Grollen, Stimmgabelfäden leicht und licht im Wettergelächter der Nacht. Grüss Spitzensport! winkt eine Hand von einem mehlstaubenen Teppich kutschiert. Da öffnet Aha! eine Welt, wie sie ist, ein gestaltender Schoss in Lumpen gehüllt spreizt
Daniel Costantino
14. Jan.1 Min. Lesezeit


Die Steuererklärung
Neulich erzählte mir ein Freund, er fülle seit Jahren keine Steuererklärung aus. Zwar habe er sich vorgenommen, es in diesem Jahr zu tun, deswegen eine Notiz auf den Esstisch gelegt, doch wieder sei nichts draus geworden, er liess die Frist verstreichen. Der Freund zündete sich eine Zigarette an und fügte, wie um das Thema abzuschliessen, hinzu: «Und ist die Frist verstrichen, ist die Sache erledigt.» Ich war perplex und bekümmert über den Weg, den mein Freund eingeschlagen h
Caspar Reimer
7. Jan.2 Min. Lesezeit
Der Wille zur Nacht. (Teil 2)
Eine Suite II Die Augen zu Spüren, dass die Augen zu. Dass Halsgegend abwärts der Geist still ein rieselndes Denken. Etwas Fallendes, Kreisendes, fast Steigendes wieder. Im Weltall vielleicht das Ende vom Lied. Erst Welle und Licht, Well‘ oder Licht, Welle und Licht, beides oder beides zusammen, nichts ist zu riechen. Nichts zu entscheiden. Sie atmen nicht, sie lachen nicht, und sie haben keine Seele. Sie atmen zwar, meine Dame, Sie lachen zwar, mein Herr, aber haben Sie eine
Daniel Costantino
7. Jan.2 Min. Lesezeit
Der Wille zur Nacht.
Eine Suite I Worte eingeben Worte eingeben, Worte ausstossen. Worte bereiten, Worte ausschaffen. Worte eingeben, Worte bewahren und drehen und schöpfen. Worte haben und weghaben. Worte geben, Worte halten und Worte bereuen. Wörter und Worte, Bewegung und Gegend. Auf und ab ein sprudelnder Bach ohne Quell. Ein sprudelnder Bach ein Gedicht. Nur Worte ausstossen, Worte bereiten, Worte eingeben und ausschaffen, bewahren und drehen und schöpfen. Aller Geist schwebt über dem B
Daniel Costantino
17. Dez. 20253 Min. Lesezeit
so ist uns ein leben
I so ist uns ein leben sehet ein leben sehet leben sehet do it under lëiben dëihet lëiben dëihet lëiben dëihet umb gedëihet do it ander lieben see you ander lieben see you do it ander lieben lëiben ander lieben see you and mitander under linden ander linden lieben see you onder linden ander lieben linden and the landenstrasse finden landenstrasse finden where the program finden linden where the program finden klick the program finden klick on the program linden volk
Daniel Costantino
3. Dez. 20251 Min. Lesezeit
Schweizer Humor
Der Schweizer, hört er den Begriff Schweizer Humor, denkt an seinesgleichen dabei. Sicher versteht er Spass! Und wenn er Deutschschweizer ist, stellt er sich diesen Spass nicht auf Französisch vor, mit Esprit. Humor hat mit seinen Schenkeln zu tun. Mindestens dass er sich drauf klopft. Und wenn auch sein inklusiver Reflex gut funktioniert, hängselt er flugs eine Schweizerin an. SchweizerInnenhumor. Ach was, dranhängen, die Schweizerin reicht doch vollkommen! Ganz ungebunden s
Daniel Costantino
26. Nov. 20252 Min. Lesezeit
aus der neuen welt
„die fabrik″ 2.Teil, 2009 man kann etwas tun oder nichts. dafür oder dagegen oder nichts. gehört zusammen dreieinig. der egoismus des aufbegehrens, des widerstands, so man leben will und nicht verharren, erstarren, veraasen. oder funktionieren, verwalten und aushalten. die angst wird man nirgends los. ich fasse einen gedanken, manchmal entweicht er, bevor er recht zu packen. und ich erdenke ganz anderes, bei nächster gelegenheit, worauf ich nicht gekommen wär, hätte ich jenen
Daniel Costantino
19. Nov. 20252 Min. Lesezeit


Das Brillenrezept
Zahlt die Krankenkasse die neue Brille? Oder zahlt sie nicht? Was nach Alltag klingt, ist für den Unglücklichen, dem das Fünfrappenstück letztes Hemd ist, die Frage über Verdruss oder Fröhlichkeit, schwarz oder weiss, Hölle oder Himmel. Er hatte das Brillenrezept eingereicht, einige Wochen ist’s her. Freilich könnte er nach seinen Rechten sehen, sich schlau machen darüber, wann, warum, wie und zu welchen Bedingungen die Krankenkasse zahlt. Doch der Arme handelt nicht mehr. Vi
Caspar Reimer
12. Nov. 20251 Min. Lesezeit
Dr Tubu vom Tram
Bärtschi mulet Da chame doch nid eifach nume zueluge, seit eine zu mir, wo da di ganzzit a sim Äifone umetrückt u sicher no dehei durend a irgendöppisem umetrückt u gset, was dä Putin für ne Souhung isch u di Mullahs u di Hamas u dä Tschi da oder winer heisst, da müesme doch öppis mache, seiter, da chame doch nid eifach nume zueleuge, u seit das zu miir u luegt i sis Äifon derzue. Drbi luegi doch garnid zue, grad äbe nid, i ha nume mit der Achsle zuckt, wo ner da hett afe pol
Daniel Costantino
12. Nov. 20252 Min. Lesezeit
Den Anderen verstehen
Es lohnt sich, den Anderen zu verstehen, seine Beweggründe zu kennen. Was im persönlichen Umgang einer Binsenwahrheit gleichkommt, tut Not in der Politik. Spricht man über den russischen Angriff auf die Ukraine, ist der Hinweis darauf, dass sich der Wertewesten konsequent in die Politik souveräner Staaten einmischt, seine Interessen dort mit Geld oder Gewalt durchsetzt, kein «Whataboutismus», sondern das, was man in der Psychologie eine Spiegelung nennt. Aktuell und beispielh
Caspar Reimer
5. Nov. 20252 Min. Lesezeit
Die Steinzeitdebatte
Wer die Debatte um den Zivildienst in der Schweiz seit dreissig Jahren kennt, wird merken, dass sie alle paar Jahre kurz aufflammt, durch die öffentlichen Kommentarspalten geistert und bis zum Zeitpunkt, an dem ein Militär- oder Milizgremium wieder dran zäuselt, unauffällig dahinmottet. Nun ist sie Ende September mit den Beschlüssen von Bundesrat und Parlament zur Verschärfung des Zivildienstgesetzes (dagegen das Referendum Nein zum Angriff auf den Zivildienst) aber hoch wied
Daniel Costantino
5. Nov. 20253 Min. Lesezeit
Ziele setzen, Wege finden
Strategien gegen die Armut Die deutsche SPD, das eigenartige Surrogat eines Sozialismus, der den Reichtum ehrt und die Armut vermehrt, will jetzt das Mülltauchen in Deutschland erlauben. Es soll nicht mehr Diebstahl, sondern Rettung von Lebensmitteln heissen, wenn Rentner am Stock in den Containern von Supermärkten nach Essensresten wühlen. „Jedes gerettete Lebensmittel ist ein wertvoller Beitrag zur Ressourcenschonung und zur sozialen Gerechtigkeit“, hat der Fraktionsvize
Daniel Costantino
29. Okt. 20252 Min. Lesezeit
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