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Reimers Blog
Wöchentliche Texte von
Caspar Reimer
und Daniel Costantino
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Schlag Dich
Es gibt Leute, die schlagen sich selbst. Der eine ohrfeigt im stillen Kämmerlein, vielleicht sogar unter der Bettdecke, er hat ein intaktes Schamgefühl vor seinem Tun. Den anderen trifft es wie der Blitz, in einer schlimmen Situation, bei Trunkenheit oder im Katzenjammer. Nun gibt es auch solche, die schlagen zu in aller Öffentlichkeit, am helllichten Tag, stossen dabei wüste Drohungen oder schlimme Beschimpfungen gegen sich selbst aus. Neulich erzählte mir ein Bekannter, er
Caspar Reimer
vor 3 Tagen3 Min. Lesezeit
Die Garage (Teil 3)
III Dann rotes Feuer, stechend gelbe Bälle wie Sonnen. Schöner wäre lange so liegen, die Blume der Hand über den Augen. Dunkelgelb spriesst sie, kornblumenfeld. Bewegung und Klumpen zugleich. Steigend und fallend in eins. Lange Nacht und elf oder zwölf. Es weiss es der Sternstaub. Es weiss es der sprudelnde Bach. Die Blume blüht auch im Finstern. Ripsend und rapsend seit langem, ist Kelch einer knöchernen Hand unterm Tisch oder im Bett, einmal Tisch, einmal Bett, oder auch ni
Daniel Costantino
vor 3 Tagen5 Min. Lesezeit
Mehr Haltung wagen
Es gibt Zeiten, da scheint es, als stehe man mit seiner Meinung allein da. Das ist keine Kleinigkeit, über die sich mir nichts, dir nichts hinweggehen lässt, sondern kommt im schlimmsten Fall einer Kränkung gleich, die, bleibt die Abschüssigkeit der eigenen Meinung längere Zeit bestehen und macht die Person deshalb Erfahrungen mit sozialem Ausschluss, in einer ernsthaften psychischen Erkrankung münden kann. Es braucht Nerven, die Drahtseilen gleichen, eine unliebsame Meinung
Caspar Reimer
11. Feb.3 Min. Lesezeit
Die Garage (Teil 2)
II In den Keller hinab führte ihn hernach der Weg, nachdem er ein wenig Atem geschöpft und sich von einer Schwindelattacke erholt hatte. In den Keller hinab musste er nun steigen, wo breitbeinig und schwarz das Eichhörnchen stand, das ihm so treue Dienste erwiesen und ihn durch ganz Europa gefahren hatte, ohne je eine Panne, ohne je das geringste Aufbegehren. Viele Gegenstände im Keller zeugten davon, der allerdings ein wenig aussah wie eine Garage, vielleicht sogar die Gar
Daniel Costantino
11. Feb.4 Min. Lesezeit
Die Garage (Teil 1)
I Das Garagentor war wieder nicht eingerastet. Aber beim Abschliessen hatte er das Schloss doch kontrolliert, hatte am Griff nachgefasst und der war, wie er sein sollte, blockiert gewesen. Merkwürdig, in letzter Zeit kam das immer wieder vor. Er verriegelte die Garage und prüfte nach, und wenn er ein paar Tage später wieder davorstand, fand er, dass jedermann sie ohne Schlüssel hätte öffnen können. Entweder spielte ihm jemand mit einem Nachschlüssel einen Streich oder er ko
Daniel Costantino
4. Feb.3 Min. Lesezeit


Demofrust
Rojava! Schon wieder Rojava! Klingt irgendwie ausländisch, nicht? Ich jedenfalls kenne in der Schweiz keinen Herrn Rojava, keine Frau Rojava und auch keinen Ort, wo Rojava heisst. Sie vielleicht schon? Da ist die Frage bei aller Toleranz, von der es übrigens, wenn Sie mich fragen, in diesem Land weiss Gott genug gibt, doch berechtigt: Können die ihre Demo, die schon wieder die ganze Stadt lahmlegt, nirgendwo kein Durchkommen mehr ist, nicht zuhause in… Itschistan, in… Äthiopi
Caspar Reimer
28. Jan.2 Min. Lesezeit
Von Welt und Schlaf
Wie wenig weiss man vom Schlaf ohne Traum. Man nimmt ihn nur an den Rändern wahr, dämmert hinein, versinkt, dämmert wieder herauf. Ein Fetzen Tuch, ein blasses Blau, wie ein Hampelmann spreizt man die Glieder. Dann wird man vom Räderwerk des Tages gepackt und seinem pedantischen Ablauf hundertmal, tausendmal, immer ganz gleich, nichts davon ist des Aufhebens wert. Mit hängender Schulter isst man abends sein Brot. Wie schadlos dagegen existiert man im traumlosen Schlaf. Keine
Daniel Costantino
28. Jan.2 Min. Lesezeit
Hicks und Klicks
Ein Trip auf online Es soll ja sein, man informiert sich: Trump gestartet, hipp, Trump gelandet, klick. Jetzt ist er grad in Davos. Yippee! Gott ist stolz auf Trump. Auf Amerika regnets money, Rosen auf Davos. Und auf die Medien Klicks. Hicks! Denn immer findet jede Zeitung damit grössere Verbreitung. Wie Maden im Speck. Dass sie draufhaut und frisst, womit man sie stopft. Vorallem online. Doch wenn er grad einmal nicht kann - spielt er noch Golf? - und für Gaza und Grönlan
Daniel Costantino
21. Jan.3 Min. Lesezeit


Notizen 11
Die Politik ist schlimm. Die Berichterstattung darüber noch schlimmer. Internationale Politik reduziert sich derzeit auf den Machtrausch einiger Weniger. Das Volk ist dank Liveticker hautnah dabei. Der Führerkult ist längst wieder da. Das Traurige dabei nicht der Führer an sich, sondern die Masse, die ihm huldigt. Und die Medien, die ihm an den Lippen hängen. Nicht die grosse Politik ist surreal, sondern die Vorstellung, diese müsse sich um die realen Probleme der Menschen kü
Caspar Reimer
21. Jan.1 Min. Lesezeit


Raucht sie tot
Das Rauchen trügt mit dem Nimbus der wilden Zeit, als sich niemand drum scherte. In den Gasthöfen, in den Spelunken, in den Zügen, im Auto wurde geraucht ohne Ende, und der Rauchende, selbst ein unsympathischer, wurde geehrt und geachtet. Das Rauchen, gesellschaftlicher Konsens, gehörte einfach dazu, für den rechten Mann sowieso, später auch für die emanzipierte Frau. Das Rauchen war also keine Sache von Freiheit, als vielmehr eine der Mode, der gesellschaftlichen Konvention.
Caspar Reimer
14. Jan.1 Min. Lesezeit
Der Wille zur Nacht. (Teil 3)
Eine Suite III Man schlafe nur ein Man schlafe nur ein, so dreht sich der Raum. Was oben ist, fällt, was unten ist, steigt. In langen Schienen der Asphalt zum Mond, weissgezogener Streif. Die Sterne rieseln auf Baumkronen herab. Wohliges Grollen, Stimmgabelfäden leicht und licht im Wettergelächter der Nacht. Grüss Spitzensport! winkt eine Hand von einem mehlstaubenen Teppich kutschiert. Da öffnet Aha! eine Welt, wie sie ist, ein gestaltender Schoss in Lumpen gehüllt spreizt
Daniel Costantino
14. Jan.1 Min. Lesezeit


Die Steuererklärung
Neulich erzählte mir ein Freund, er fülle seit Jahren keine Steuererklärung aus. Zwar habe er sich vorgenommen, es in diesem Jahr zu tun, deswegen eine Notiz auf den Esstisch gelegt, doch wieder sei nichts draus geworden, er liess die Frist verstreichen. Der Freund zündete sich eine Zigarette an und fügte, wie um das Thema abzuschliessen, hinzu: «Und ist die Frist verstrichen, ist die Sache erledigt.» Ich war perplex und bekümmert über den Weg, den mein Freund eingeschlagen h
Caspar Reimer
7. Jan.2 Min. Lesezeit
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